Die Schleppgeschwindigkeit und das Köderspiel

 
 
An der wippenden Rutenspitze kann der erfahrene Schleppangler ablesen, ob seine Schleppgeschwindigkeit optimal auf die Schleppköder abgestimmt ist.
 
Für den Schleppangler ist die Wahl eines Köders eine wichtige Angelegenheit, die maßgebend über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Wenn man mit nur einer Rute schleppt oder nur mal schnell eine Runde fährt, braucht man mit der Wahl seines Köders nicht so genau zu sein. Ein passionierter Schleppangler wird seine Schleppköder aber immer mit einer gewissen Sorgfalt auswählen. Da beim Schleppen die Geschwindigkeit immer für beide Köder gilt, müssen diese aufeinander abgestimmt sein. Man kann also einen Köder den man ruckartig führt, nicht mit einem Köder kombinieren mit dem man schnell schleppen muss. Da man bei der Schleppangelei seine Köder normal mit laufendem Motor auslegt, kann man das Köderspiel sehr gut auf seine beiden Ruten abstimmen. Als Regel könnte man sagen Blinker zu Blinker oder Wobbler zu Wobbler. Da es aber auch Wobbler gibt, die höhere Schleppgeschwindigkeiten vertragen, ist diese Regel nur bedingt anzuwenden. Auch bei den Schleppsystemen muss man unbedingt auf das Köderspiel achten. Speziell das Stocker und das HM Schleppsystem müssen genau eingestellt werden, da diese Systeme erst ab einer gewissen Geschwindigkeit richtig laufen ( ca. 2,5 - 4,5 km/h ).
 
Mit der richtigen Schleppgeschwindigkeit zum Fangerfolg. Alles richtig gemacht wurde bei diesem Hecht mit dem sensationellen Gewicht von 18 kg. Der 129 cm lange Räuber aus dem Weissensee bei Füssen biss auf einen geschleppten Gummifisch.
 

Tabelle für Schleppgeschwindigkeiten

Da in den meisten Angelzeitschriften die Schleppgeschwindigkeit in Knoten angegeben wird, haben wir hier für Euch eine kleine Umrechnungstabelle eingefügt.
1 km/h  =  0,28 m/s   =  0, 54 Knoten

1 Knoten  =  0,52 m/s  =  1,85 km/h

Geschwindigkeit Geeignete Köder Köderspiel
2 km/h Naturköder und Shadsysteme Taumelnd
2,5 km/h. Naturköder und Shadsysteme, HM Systeme  Langsam spielend
3 km/h. Wobbler, H - M Systeme und Perlmuttlöffel u. Spangen Natürliches Laufverhalten
3,5 km/h. Wobbler, HM Systeme und Perlmuttspangen Natürliches Laufverhalten
4 km/h. Wobbler, HM Systeme und Perlmuttspangen Schnelles Laufverhalten
4,5 km/h. Wobbler, HM Systeme und Perlmuttspangen Flüchtendes Laufverhalten
ab 5 km/h Flache Perlmuttspangen Flüchtendes Laufverhalten

Wo mit Motor geschleppt werden darf, werden auf Seeforellen durchaus Geschwindigkeiten bis zu 8 km/h gefahren. Bei diesen Schleppgeschwindigkeiten werden allerdings, abgesehen von einigen speziellen Blechblinkern, nur flache Perlmuttspangen verwendet. Die flache Krümmung lässt die Spange regelrecht durchs Wasser flitzen, wobei abwechselnd die Seiten aufblitzen. Spangen mit einer starken Krümmung würden sich bei dieser schnellen Seeforellenjagd, bedingt durch den höheren Wasserwiderstand, immer wieder überschlagen oder stark drehen.

Diese Schleppgeschwindigkeiten gelten übrigens für alle auf unserer Homepage gezeigten Schleppköder. Perlmuttlöffel oder Spangen sollte man erst ab 3 km/h verwenden.

Tipp:

Mit einem GPS Gerät kann man seine Schleppgeschwindigkeit sehr gut messen und überwachen.

 

Wer jetzt glaubt, diese Geschwindigkeiten sind für das Schleppangeln zu hoch, dem muss ich hier widersprechen.

 

Keine Angst vor der vermeintlich hohen Schleppgeschwindigkeit!!!

Ein angreifender Hecht erreicht bis zu 40 km/h Geschwindigkeit.

 

 Mit diesen Schleppgeschwindigkeiten hat man schon eine Unmenge Hechte gefangen und Seeforellen stehen sowieso auf flott geführte Köder. Eine gute Taktik ist: Langsam im rechten Winkel Richtung Ufer rudern und schnell aus der Kurve heraus in Richtung Seemitte. Hechte haben vom Ufer flüchtende Fische zum Fressen gern. Diese schnelle aus der Kurve fahren gilt auch im Freiwasser, da der Köder durch sein flüchtendes Schwimmverhalten einen Beißreflex bei den Raubfischen auslösen kann.

 

Ich habe schon oft nach Stunden gemütlichen Ruderns ein paar schnelle Ruderbewegungen gemacht, das Boot mal wieder richtig in Schwung versetzt und gerade da einen Hecht oder eine Seeforelle gefangen. Ich führe dies darauf zurück das durch die schnellere Köderführung  (Fluchtverhalten der Fische) gewisse Sinne des Raubfisches geweckt werden und er zupackt. Gegenteilige Berichte über die Schleppgeschwindigkeit in den Angelzeitschriften und im Internet sollte man seinen eigenen Erfahrungen mal gegenüberstellen.